A vendre: La Tour Eiffel.

Wie es dem "König der Betrüger" gelang das Pariser Wahrzeichen zu verkaufen.

Wurde zweimal verkauft: Der Eiffelturm in Paris, © Tupungato - Fotolia.com © Tupungato - Fotolia.com

Das ist die spannende Geschichte von Victor Lustig – dem Mann der zweimal den Eiffelturm verkaufte.

Im Mai des Jahres 1925 dachte die französische Regierung darüber nach, den Eiffelturm, der zur Weltaustellung 1889 errichtet wurde und eigentlich bereits zehn Jahre später wieder abgebaut werden sollte nun doch lieber wieder zu entfernen, als es für viel Geld reparieren zu lassen. Eine entsprechende Zeitungsmeldung brachte den notoritschen Betrüger „Graf“Lustig auf die Idee für den Coup seines Lebens. Lustig kam auf den kühnen Gedanken den gesamten Eiffelturm für gutes Geld an Schrotthändler zu verhökern. Zu diesem Zweck gab sich Lustig sich als stellvertretender Generaldirektor des Postministeriums aus und fälschte eine Ausschreibung, die den Eiffelturm zum Verkauf anbot. Außerdem verschickte der Betrüger Einladungen zu Verkaufsverhandlungen an sechs Pariser Schrotthändler. Im prestigeträchtigen Hôtel de Crillon an der Place de la Concorde sollten die vertraulichen Treffen stattfinden. Das Hotel war als bekannter Treffpunkt von Diplomaten und Politikern eine perfekte Tarnung. Alle sechs eingeladenen Händler erschienen zum Termin. Victor Lustig erklärte den Interessenten, dass sie aufgrund ihrer Reputation als ehrliche Geschäftsleute ausgewählt wurden. Anschließend führte er als angeblicher Vertreter der Postministerium aus, dass der Eiffelturm in Bälde abgerissen und als Schrott verkauft werden solle. Aufgrund der zu erwartenden öffentlichen Diskussion wolle er die Gespräche zunächst vertraulich führen, bis alle Fragen geklärt seien. Er führte die Schrotthändler zum Turm, um ihr Verhalten und ihr Interesse einzuschätzen. Anschließend erklärte er, dass er Gebote bis zum folgenden Tag erwarte. Zu diesem Zeitpunkt war ihm bereits klar, dass er den Handel mit dem Händler Andre Poisson abschließen würde, einem unsicheren Mann, der sich vom Kauf des Eiffelturms den Aufstieg in der Pariser Geschäftswelt erhoffte. Die Unsicherheit Poissons war gleichzeitig auch eine Gefahr für den Plan, denn dessen Frau schöpfte Verdacht. Um diesen auszuräumen, setzte Lustig ein weiteres Treffen an. Dort wechselte er das Thema, wurde vertraulich und erzählte Poisson, wie schlecht er als Beamter verdiene und dass er sein Einkommen gern aufbessern würde. Poisson war mit korrupten Staatsangestellten vertraut, sodass er sofort verstand, dass Lustig ein Schmiergeld forderte. Kurioserweise überzeugte ihn letztlich die vermeintliche Schmiergeldforderung von der Echtheit des Verkaufs. Und so gelang es Lustig den aus etwa 7.000 Tonnen Eisen bestehenden Turm an André Poisson zu veräußern. Lustig erhielt für den Turm mindestens 50.000 Dollar, tauchte nach Abschluss des Handels unter und setzte sich nach Wien ab. Als der Schwindel aufflog, zog der Betrogene Poisson es aus Scham vor, den Betrug nicht bei der Polizei anzuzeigen. Als Lustig entgegen allen in den Zeitungen keine Meldung über den Betrug fand versuchte Lustig den Betrug zu wiederholen. Der zweite Käufer schöpfte jedoch Verdacht und ging zur Polizei, worauf Lustig wieder in die USA floh. Sein nächstes Betrugsopfer dort sollte Al Capone sein…

Von Victor Lustig stammen übrigens auch die folgenden Empfehlungen für erfolgreiches Betrügen:

1. Sei ein geduldiger und guter Zuhörer.
2. Mache nie den Eindruck gelangweilt zu sein.
3. Bringe Dein Gegenüber dazu politische Ansichten zu äußern und stimme ihm dann zu.
4. Lass den Anderen religiöse Überzeugungen äußern und bestätige ihn darin.
5. Gib den Anstoß zu einem sexuellen Thema aber verfolge es nicht weiter wenn Dein Gegenüber kein starkes Interesse daran zeigt.
6. Vermeide Gespräche über Krankheiten sofern nicht Dein Gegenüber dieses Thema sehr interessiert.
7. Vermeide den Eindruck, dass Du in den persönlichen Angelegenheiten Deines Gegenüber herumschnüffelst. Früher oder später erfährst du alles von ihnen selbst.
8.Prahle nie. Deine Wichtigkeit muss sich aus sich selbst heraus ergeben.
9. Sei niemals unordenlich
1o. Vermeide es, Dich zu betrinken.

Der „König der Betrüger“ starb 1947 im U.S. Bundesgefängnis in Springfield Missouri.

Ein schönes Video über das Treiben von Victor Lustig (auf französisch)

Zu meinem Vortragsprogramm: Das große (Ent-)Täuschungsmanöver